Prof. Dr. Dr. Hans W. Jürgens, Forschungsgruppe Indstrie-Anthropologie, Neue Universität, Kiel
Deutsche Zusammenfassung der Studie:
„Ökologische Untersuchungen zur Hausstaubmilbenallergie”
Immer wieder wird ein Zusammenhang behauptet zwischen dem Auftreten allergischer Reaktionen auf Hausstaubmilben und der Verwendung federn- oder daunengefüllter Bettwaren. Viele Ärzte und Textilexperten raten allergiegefährdeten Patienten und Kunden generell dazu, diese Bettwaren gegen solche mit anderen Füllmaterialien auszuwechseln. Aufgrund neuer wissenschaftlicher Ergebnisse muss dieses Vorurteil über negative Eigenschaften von Daunen- und Federbetten jedoch vollständig revidiert, ja sogar ins Gegenteil umgekehrt werden.
Nach repräsentativen Untersuchungen in Mitteleuropa, bei denen Hunderte von Wohnungen, Schlafzimmern, Betten, Bettdecken und Kopfkissen auf Hausstaubmilbenbefall und Allergengehalt überprüft wurden, steht fest:
Federn- und daunengefüllte Bettdecken und Kopfkissen sind kein bevorzugter Aufenthaltsort für Hausstaubmilben. Innerhalb dieser Bettwaren finden sich bei normaler Pflege praktisch keine Milben, da das dichte Hüllengewebe eine nahezu undurchdringliche Barriere für diese Tiere ist.
Die für den Menschen günstigen Wärme- und Klimaverhältnisse der Daunendecken (schneller Wärmeaufbau während des Schlafes, schneller Feuchtigkeitsabbau bei Lüftung) sind für die feuchtigkeitsabhängigen Milben auch aus diesem Grunde ein sehr ungünstiger Standort.
In jeder Wohnung und in jedem Schlafzimmer finden sich fast unvermeidlich Hausstaubmilben. Sie ernähren sich direkt vom Menschen, von den winzigen Hautschüppchen, die jeder Mensch unvermeidlich und ständig verliert. Federn und Daunen stellen dagegen keine Nahrung für Milben dar. Zusammenfassend lässt sich also feststellen:
Die umfangreichen wissenschaftlichen ökologischen Untersuchungen über Auftreten und Verbreitung von Hausstaubmilben in allen Klimazonen Europas zeigen eindeutig, dass Federn- und Daunendecken weder als Standort noch als Nahrungsquelle für Hausstaubmilben eine Rolle spielen. Es gibt daher weder wissenschaftliche noch praktische Gründe, einem Hausstaubmilben-Allergiker von der Benutzung von Federn- und Daunenbetten abzuraten.













